8.Etappe: Mo. 10.09.2007- Rovaniemi- Kautakeino
8.08Uhr, oder auch etwas später→ Ankunft des Santa- Expresses in Rovaniemi.
Und wir konnten es nicht erwarten und waren die ersten, die aus dem warmen Zug in die +7°C kalte finnische Einöde traten. Es war schon ein komisches Gefühl, nach partyreichen Großstadttagen plötzlich am nördlichsten Bahnhof zu stehen. Auch die Kälte hatten wir leicht unterschätzt und mit leerem Magen dauerte das Warten auf Sinupret eine gefühlte Ewigkeit. Doch plötzlich kam er mit Joana aus dem dunklen Zugschacht geschaukelt und die Heizung konnte angeschmissen werden.
So und jetzt das heutige Tagesrätsel: Welche Destination haben wir wohl als erstes angesteuert? - Sauna? - Nee, falsch,...auch essen können wir später noch! Ja, genau, richtig, die Schanzen. Eine völlig neue Erfahrung für uns beide, gemeinsam bei Eiseskälte an eine Schanze zu laufen...*lol*
Die Protagonisten, so ganz ohne Absprung und Flugphase, sondern nur mit 5*20P-Telemark und olympischem Goldjubel stellten heute wir da... schade, dass es nicht mal die finnischen Ordnungshüter interessierte.....
Von der Schanze ging es erstmal ins City- Center, wo wir wieder in die Rushhour gerieten. Puh, ein Glück, dass die in Rovaniemi aus 10 Autos besteht. Ab ins Kaufhaus...-Zimtschnecken und andere kleine Sachen, die Joana glücklich machen gekauft, und bei H&M mit Mützen, Schalen(kleine Erinnerung an Engelberg) und Handschuhen eingedeckt. Und weiter ging’s auf die Suche nach dem guten alten Santa Claus. Ihn fanden wir nicht, da sein Domizil gerade renoviert wird und er sich wahrscheinlich auf Ibiza dem kühlen Norden entzieht und seine Ferien genießt.... Wir besuchten seine Hauptpostoffice, welche sich übrigens 5m SÜDLICH des Arctic circles (Polarkreises) befindet und gingen dann nördlich jenes Kreises auf Shopping-Tour.
Nach erfolgreicher Elchsuche ging es los auf Rentierfarm-Suche. Diese fanden wir, aber 5€ für einen Rentierpassport (zu Deutsch: Eintritt) hielten wir für zu teuer und fuhren ohne Farm Richtung Norge. Ca. 10min später und 5km weiter kreuzten auch schon die ersten wilden Rens unsere Fahrbahn.
Noch voller Begeisterung hielten wir an und der sonst übliche Schanzenalltag begann: Film- Fotos- Kreisch! Einen km später, die Nächsten.....- so verlief die Fahrt. Irgendwann nahm das Hungergefühl zu und wir hielten an und packten die ersten Ravioli und unseren Campingkocher aus- lecker war’s! Hier kamen wir auch in ersten Kontakt mit finnischen Moskitos. Diese waren aber vom deutschen Wundermittel so geschockt, dass wir dieses Gastspiel ohne Stich überlebten. Nach dem Essen ging es weiter durch unendliche Weiten, viele Wälder, lange, einsame Straßen, über die schwedische Grenze- durch Johanns Reich- zurück nach Finnland- weiter bis Norwegen, wo dann eine 2.Dose Ravioli fällig wurde und wir uns in unsere Decken einmümmelten und ich leider an dem Versuch zu schlafen scheiterte. Das holte ich in den frühen Morgenstunden nach, wo Joana topfit war- Ein schöner Tag war's - unser erster Tag in Lappland.
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