Guten Morgen in Warszawa hieß es heute erst gegen 9.00Uhr, als wir, aus unserem Schlummer-Schlaf erwacht, unsere Zimmergenossen sahen- zwei Holländer, die die Nacht fast durchgemacht zu haben schienen...
Gemütlich machten wir uns stadtbesichtigungsfertig. Um 11.05Uhr checkten wir aus, frühstückten gemütlich und dann ging es ab in die Stadt. Leider versuchte ich mich als Stadtführer und lotste uns natürlich weg von der Stadtmitte. Dann übernahm Joana das Kommando und die Sehenswürdigkeiten nahmen zu. Ich musste leider erkennen, dass Warschau schon sehr groß ist und man so manche Sehenswürdigkeit nicht mehr findet. Als persönliches Resümee kann ich ziehen; ich war nun drei Mal in Warschau, aber jedes Mal fühlte ich mich so, als ob ich das erste Mal hier wäre. Schon irgendwie „impressive.“ Auf dem Rückweg zu Sinupret kauften wir noch super leckere Himbeeren...hmmmm.
So, nun ging es auch schon weiter nach Bialystok, wo wir eigentlich nur die Nacht verbringen wollten, uns aber unter der Stadt nichts vorstellen konnten. Ich, als heute nur Beifahrer, schlief ein bisschen und genoss die polnischen Überholmanöver. Das ist echt besser als Kino... Außerdem ist es sooo süß, wie Joana sich über diese Kamikazefahrer aufregt. Wie so oft liefen Joana’s „Diversen Gassenhauer“,- langsam aber sicher werden wir in Liedern wie „Ich will nen Cowboy als Mann, „Im Wagen vor mir“ und natürlich „Ein Stern“ und „Moskau“ richtig textsicher....irgendwie verunsichernd??
Nach 2,5h kam dann schon die Ortseinfahrt Bialystok und ich wurde gnadenlos aus meinem Schlummerschlaf gerissen und musste navigieren... und siehe da,... endlich passten alle Faktoren: - ordentliche Wegbeschreibung, kleine Stadt, ausgeschilderte Straßen... So findet man auf den ersten Versuch sein Ziel. Kurzerhand wurde Sinu abgestellt und wir suchten die richtige Hausnummer „per pedes“. Hups, da erstrahlte ein süßes, kleines Hostel vor unseren Augen. So niedlich. An der Rezeption eine noch niedlichere, ältere Dame, die zwar kein Englisch oder Deutsch sprach, aber unsere „Hand- und Fußkommunikation“ wird auch immer besser...
Sie zeigte uns alles, worauf wir erstmal unseren ersten Pack Nudel öffneten und zu kochen begannen- Mensch, tat das gut.
Nach dem Essen wollten wir dann unsere Schulden begleichen und der Frau noch mal verständlich machen, dass wir am nächsten Morgen um 4.00Uhr weiterfahren wollten... Sie war weg. Stattdessen saß ein ältere Mann in der Rezeption, der sein Geld „Now, cash and in polish money“ haben wollten... also ohne zu fragen, wie teuer, ab zur Bank. Durch einen dumpfen Fehler beim Ausrechen der Kosten hoben wir viel zu viel ab... na ja, konnten dann aber „Hakuna matata“ in die Stadt der 50 Kirchen gehen. Wirklich toll!
Als wir so das City-Center herunterflanierten, kam uns auf einmal Miroslav, ein sehr hektischer und auch nur minimal verplanter Pole hinterher gerannt und bat uns um ein Handy um ein Mädchen namens Nikola anrufen zu können, die extra einen Trip von 600km auf sich genommen hatte um den seit 20Jahren in Bialystok lebenden Miro zu besuchen...Sie irrte schon seit 3h durch die Stadt. Der Anruf endete in einer Lebensgeschichte, die den tragischen Zwiespalt eines jungen Polen mit kaputtem Handy darstellte.
Miro hat in drei Tagen Examen, wird diese aber nicht bestehen, weil er seit Stunden auf Nikola wartet. Er will sie unbedingt sehen, weil sie eines der vielen girls is, die er liket. Dies wird aber nicht mehr gelingen- ergo, keine Examen- keine Nikola- Armer Miroslav! Leider blieb dieser filmreife Stoff für uns mit open end, denn nach 1,5h war Miro das Telefon leihen zu peinlich, gab es zurück und verabschiedete sich. Wir gingen in den nächsten Pub und sahen Miro nur noch zu den Nächsten rennen. Im gemütlichen Kellerpub gab’s endlich ein Piwo und einen Sex on the beach- lecker!
Auf dem Heimweg gingen wir noch Wasser und Handmade Bonbons kaufen und trafen auf Kamil, der auch seinen ersten Abend in der „Metropole des Nordens“ verbrachte und nach einem Pub fragte... es folgte ein angenehmes Gespräch über polnische Städtenamen und die polnische Naherwartung des ewigen Lebens im Straßenverkehr. Um 23.00Uhr war dann Zapfenstreich.
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